UMWELT

In den Bereichen Umwelt, Energie und Klimaschutz ist noch viel zu tun, denn fast alle Umweltdaten – lokal, regional und global – weisen eine negative Tendenz auf. CO2-Ausstoß, globale Erwärmung, Abschmelzen der Polkappen und Gletscher, rasante Verringerung der Artenvielfalt, beschleunigte Abholzung aller Waldarten und in vielen Regionen der Welt zunehmende Probleme mit der Wasserversorgung sind nur einige Beispiele. Auch konsumieren wir viele Produkte, deren Bestandteile, Herkunft und Bearbeitung uns nicht bekannt sind. Die Förderung vieler Rohstoffe hinterlässt gigantische Umweltschäden, die Abhängigkeit von ihnen führt zunehmend zu kriegerischen Auseinandersetzungen. Bei der Förderung von Rohstoffen und Herstellung von Gebrauchsartikeln werden in vielen Ländern der Erde Kinder-, Frauen- und generell Arbeitnehmerrechte missachtet.

Es finden vielfach absurde Transporte statt, weil die Kosten dafür sehr gering sind. Andererseits nimmt hierzulande die Abhängigkeit von Lebensmittelimporten zu, wenn wir gute und beste Ackerböden mit Beton für Straßen und Siedlungen überziehen. Was geschieht aber, wenn es in den heute großen Lieferländern zu klimatischen, ökologischen, finanziellen oder politischen Krisen kommt? Versiegelte oder zerstörte Ackerböden, die über Tausende von Jahren durch die bäuerliche Landwirtschaft fruchtbar gemacht wurden, sind für lange, lange Zeit unfruchtbar. – Dies sind unbequeme Wahrheiten, die aber ausgesprochen werden müssen. Dabei zeichnen sich in vielen Bereichen Lösungsmöglichkeiten ab, die allerdings auch eine Veränderung der Mentalität erfordern, und zwar global wie lokal. Es gilt durch nachhaltiges Wirtschaften die Lebensgrundlagen zu sichern!

Wir GRÜNE werden weiter der Maxime »Global denken – lokal handeln« folgen und werden uns dafür einsetzen, dass die politischen Entscheidungen zukunftsfähig werden. Dazu gehört, dass alle Auftragsvergaben und Beschaffungen ökologischen, sozialen und ökonomischen Kriterien standhalten und die nationalen und europäischen Leitlinien für Menschenrechte, Tierschutz, Umwelt- und Ressourcenschutz bei allen Vergaben berücksichtigt werden müssen.

Der Nachhaltigkeitsindex der Hofheimer Lokalen Agenda muss Beachtung finden und sollte stärker in den öffentlichen Fokus gebracht werden.

Die Stadt Hofheim am Taunus hat mit all ihren Gesellschaften (Konzern Stadt) ein beachtliches Auftragsvolumen und damit auch eine nicht zu unterschätzende Verbrauchermacht. Diese muss genutzt werden.

Lärm- und Luftbelastung

Die Lärmbelastung hat in den vergangenen Jahren leider nicht abgenommen, im Gegenteil: Die Anwohner von Durchgangsstraßen fühlen sich in allen Ortsteilen heute teilweise sogar stärker belastet. Hofheim wird vor allem vom Verkehr der A3, der A66, vom Flughafen Rhein-Main und vom Militärflughafen Erbenheim beeinträchtigt. Und alle Verkehre erzeugen außer Lärm auch erhebliche Emissionen, die in ihrer Schädlichkeit unumstritten sind. Besonders empfindliche Menschen, wie zum Beispiel Kinder, alte und kranke Personen, sind effektiv vor diesen Belastungen zu schützen. Hier gilt es für uns GRÜNE, im Rahmen der kommunalen Möglichkeiten das Handlungspotenzial auszuloten und auszuschöpfen. Zum Beispiel können Geschwindigkeitsbeschränkungen die Lärm- und Luftbelastung reduzieren.

Städtisches Grün – Lunge einer lebendigen Stadt

Hofheim liegt wunderschön eingebettet in Waldgebiete. Bäume liefern Sauerstoff, nehmen CO2 auf, filtern die Luft, sind unersetzlich für das innerstädtische Klima bei steigenden Temperaturen, bieten Lärm- und Sichtschutz und wirken positiv auf den Wasserhaushalt. Vielleicht wird deshalb als nicht so gravierend empfunden, dass viele Bäume im Siedlungsgebiet verschwunden sind und dass kein Ersatz gepflanzt wurde. Wir GRÜNE fordern für jeden im Stadtgebiet gefällten Baum entsprechenden Ersatz. Die Entwicklung eines Grünflächenplans kann dabei helfen, städtisches Grün zu erhalten und weiterzuentwickeln.

Wald in Hofheim – kostbarer Besitz der Bürgerschaft

Der Wald erfüllt eine unglaubliche Fülle an Aufgaben: Er hat Klimaschutzfunktionen, steht für Artenschutz und Biodiversität, Grundwasserschutz, Erosionsschutz, Lärmschutz und liefert sauerstoffreiche Luft, nachdem er schon Schadstoffe ausgefiltert hat. Und er kann noch viel mehr: Die frische, kühle Luft, die Stille, die Farbenspiele und viele andere emotionale Erlebnisse sind für alle unersetzlich. So ist der Hofheimer Stadtwald schon seit 1985 als Erholungswald definiert.

Natürlich soll der Hofheimer Wald auch »Holz« als Rohstoff liefern, soll einen wirtschaftlichen Nutzen bringen. Und die Jäger wünschen gute Wildbestände. Auch möchten viele Bürgerinnen und Bürger den Wald für sportliche Aktivitäten deutlich mehr nutzen.

Die Konflikte aus diesen sehr verschiedenen Ansprüchen haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Wir GRÜNE fordern ein vernünftiges Miteinander von allen Waldnutzern.

In den vergangenen Jahren ist die Bewirtschaftung des Waldes in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt, denn nicht alle Methoden der Bewirtschaftung tragen der Qualität und der Empfindlichkeit der Böden Rechnung. GRÜNE fordern ein Konzept zum Schutz der in Hofheim besonders empfindlichen Waldböden und des Altbestandes. GRÜNE wünschen eine artenreiche, heimische Fauna und Flora, die einem Dauerwaldkonzept entsprechen.

Die Jagd in Hofheim soll die Hegepflichten erfüllen, aber der Waldbesitzer – die Hofheimer Bürgerschaft – soll keine finanziellen Belastungen durch die Jagd übernehmen. Der Wildbestand soll immer so gehalten werden, dass die Naturverjüngung nicht leidet und dem Waldeigentümer keine zusätzlichen Kosten entstehen.

Die vorhandenen Grünzüge und Landwirtschaftsflächen müssen unbedingt geschützt werden.