Antrag 2020/16 Lichtverschmutzung

Seit 2010 wurde das Thema „Lichtverschmutzung „wiederholt in der StVV und im Umweltausschuss thematisiert.

Inzwischen hat das Artensterben ganz dramatische Ausmaße angenommen. Die Wissenschaft spricht vom „größten Artenschwund“ seit dem Verschwinden der Saurier. Da es ganz leise und eher unauffällig geschieht, haben wir es zu lange ignoriert. Intensivierte Forschung zeigt, dass es viele Ursachen gibt, z.B. der großzügige Einsatz von Pflanzenbehandlungsmitteln aller Art und der sorglose Umgang mit Licht.

Nächtliche Beleuchtung wirkt negativ auf Insekten, Vögel, Säugetiere, aber auch auf Pflanzen und Menschen, selbst in kleinen Dosen.

Auch angeblich „insektenfreundliches Licht“ ist einfach zu hell, stört den Biorhythmus und verursacht täglich millionenfaches Verschwinden von Insekten, dann Vögeln, denen die Nahrung fehlt und die ihre Brut wegen Nahrungsmangels verlieren.

Wir können in Hofheim den Einsatz von Chemikalien auf städtischen Grundstücken beeinflussen und wir können eine möglichst umweltverträgliche Beleuchtungskonzeption entwickeln.

Dekorationsbeleuchtung, die oft nach oben oder seitwärts abstrahlt, ist nicht mehr verantwortbar.

Fazit der Wissenschaft: die Verbreitung von LED hat im Außenbereich zu einer unglaublichen Behinderung der lebensnotwendigen Dunkelphasen geführt.

Die CO² Emissionen sind für diesen kleinen Bereich zwar gut überschaubar, aber dennoch überflüssig. Die Energiekosten sind ebenso überschaubar, wie uns die Antwort der Verwaltung aus dem April 2018 zeigt, aber eben auch überflüssig.

Dringend ist es, jede Möglichkeit zu nutzen, dem Artenschwund durch geeignete Maßnahmen SCHNELL zu begegnen. 10 Jahre Diskussion ohne Ergebnis sind wenig hilfreich.


Daher bitten wir um Zustimmung zu folgendem Antrag:

1. Alle Beleuchtungsanlagen werden auf ihre Notwendigkeit und Umweltverträglichkeit von qualifizierten Lichtplanern überprüft.

2. Die Verwaltung beauftragt diese Lichtplaner, Empfehlungen für den IHH, die Bürgerschaft und alle Verbände und Vereine zu erstellen, um eine möglichst große und breite Beteiligung bei der „Verdunkelung“ Hofheims zu erreichen.

3. Die Verwaltung legt einen Satzungsentwurf vor, der sicherstellen soll, dass auf Werbeflächen, die von der Stadt beeinflusst werden können (z.B. Litfaßsäulen oder vermietete Werbeflächen) keine neuen Lichtpunkte entstehen.

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