PM: Weitere Baumfällungen in der Kernstadt

GRÜNE fordern Aufklärung und konsequente Nachpflanzungen

Kann der Ahornbaum, der im Zuge der Erweiterung der Steinberg-Schule gefällt werden soll, erhalten werden? In der Sitzung des Ortsbeirates Kernstadt am 20.01.2021 wurde der Magistrat in einem gemeinsamen Antrag von Grünen, CDU, FWG, BFH und FDP gebeten, dies zu prüfen. In diesem Zusammenhang machten BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN darauf aufmerksam, dass auch in der Rossertstraße überraschend Bäume gefällt wurden. Der Vertreter des Magistrats wurde von Bettina Brestel (Grüne) daraufhin gebeten, den Ortsbeirat in Zukunft immer in solche Entscheidungen einzubeziehen. Die gängige Praxis des Magistrates, die Bäume zu fällen und dann – auf Nachfrage (!) der Grünen – die Hofheimer Bürger:innen darüber zu informieren, sei inakzeptabel.

Wie im Höchster Kreisblatt vom 22.01.2021 berichtet wurde, verwahrte sich Stadtrat Bernhard Köppler gegen den „ […] immanenten Vorwurf, die Stadt lasse gerne Bäume fällen“. Da stellt sich die Frage: Warum wurde seit dieser Diskussion im Ortsbeirat in der Rossertstraße, in der Adolf-Mohr-Anlage, an der Burkartsmühle und vor allem in erheblichem Ausmaß in der Grünanlage der Wilhelmstraße (mehrere Lärchen) gefällt? Hat Herr Köppler am 20.01.2021 noch nicht gewusst, dass dies passieren wird oder hat er es nicht berichtet?

150 Bäume gefällt – nur 70 nachgepflanzt

Auf Anfrage der Grünen beim Magistrat, ausgelöst durch Anrufe einiger entsetzter Bürger:innen bei den GRÜNEN im Ortsbeirat, kam die lapidare Antwort, leider seien die Maßnahmen nicht abzuwenden. Nachdem in den letzten fünf Jahren bereits 150 Bäume in der Kernstadt gefällt wurden (dafür wurden nur 70 Bäume nachgepflanzt), fragen die Grünen, um wie viele Bäume sich die Zahl angesichts der derzeit intensiven Abholzungen innerhalb kurzer Zeit erhöht hat. Es ist nicht erkennbar, dass die derzeit zuständigen Kommunalpolitiker:innen ernsthafte Anstrengungen unternehmen, um dieser gravierenden ökologischen Fehlentwicklung in Hofheim entgegenzuwirken.

Es bleibt die Frage zu klären, warum in Zeiten von Klimawandel und Luftverschmutzung noch immer gesunde Bäume gefällt werden, ohne die Hofheimer Bürgerschaft angemessen in den Entscheidungsprozess einzubeziehen und ohne für entsprechenden Ersatz zu sorgen.

7 Kommentare

  1. R.Seidemann

    Ich wundere mich,dass Sie sich über die Baumfällaktion in der Wilhelmstr.stark machen,was man aber am Kreishaus,bzw.Landratsamt vor hat,da hört man von ihnen gar nichts.

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    • admin

      Wir verweisen hier auf die Antwort des schonmal gestellte Kommentar.

      Sehr geehrter Herr Seidemann,
      vielen Dank für Ihre Anfrage. Gerne zeige ich Ihnen unsere Haltung zum geplanten Erweiterungsbau beim Landratsamt auf:
      1. Das gesamte Grundstück gehört dem Kreis. Schon vor 30 Jahren bei der Erteilung der Baugenehmigung wurde festgelegt, dass Erweiterungsbauten möglich sind. Das war auch die Grundlage für die Aufstellung des Containerbaus (Haus am See), der optisch keine Augenweide und energetisch äußerst schlecht iat. Mit dem Erweiterungsbau werden nicht nur Mitarbeitende der Aussenstelle Kastengrund in das Landratsamt zurück geholt, sondern auch diejenigen, die im Containerbau arbeiten. Der Containerbau soll zurück gebaut und das Gelände in den Park integriert werden.
      2. Der jetzige Teich, der optisch sicherlich ansprechend ist und zum Verweilen einlädt, ist ökologisch eine Katastrophe. Er hat keinen natürlichen Zu- oder Abfluss und wird gespeist aus dem Regenwasser der Dächer des Landratsamtes. Da diese Dächer aus Kupferblech bestehen, werden mit dem Regenwasser giftige Substanzen in den Teich eingeleitet. Aus dem Teich muss regelmäßig giftiger Schlamm abgesaugt werden und als Sondermüll entsorgt werden.

      Nach unserer Auffassung ist die Erweiterung des Landratsamtes also sinnvoll, weil dafür der hässliche und ineffiziente Containerbau verschwinden kann. Anstelle des Containerbaus könnte ein neuer, ökologisch wertvoller Teich entstehen.
      Mit freundlichen Grüßen
      Daniel Philipp

      iA. online gestellt

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  2. C. Thiede

    Die ‚paar‘ Bäume sind nichts im Vergleich dazu, was hier seit Wochen direkt in Lorsbach im Wald an jahrzehntealten und noch gesunden Bäumen gefällt wird: Der ‚Harvester‘ arbeitet Tag und Nacht und der Hang wird immer lichter. Wenn man mal durch den noch verbliebenden Wald Richtung Gundelhard spaziert, sind viele Bäume schon orange markiert- das sind ganze Schneisen, die sich da auftun …
    Wer kommt eigentlich für die Schäden auf, wenn der Hang auf Grund der fehlenden Vegetation abrutscht?
    Wer ist für den massiven Kahlschlag verantwortlich?
    Wer verdient daran?

    …es sind ja bald wieder Wahlen…

    Antworten
    • admin

      Hallo Herr Thiede,

      vielen Dank für Ihre Nachricht! Wir freuen uns immer, wenn wir Hinweise aus der Bürgerschaft bekommen und versuchen dem zeitnah nachzugehen.

      Unsere aktuelle Nachfrage beim Magistrat bezieht sich auf den Baumbestand in der Innenstadt. Die Bäume sind dort geschwächt durch anhaltende Hitzeperioden und Trockenheit. Wir möchten, dass unsere Stadtbäume mehr Platz erhalten, so dass sie Wasser besser aufnehmen können und bessere Chancen zum Überleben haben.
      Viele Bäume werden jedoch auch gefällt, weil sie Bau-Maßnahmen weichen müssen. Wir möchten, dass darüber transparent berichtet und vor allem regelkonform Ersatz geschaffen wird. Unsere mehrfach beantragte Baumschutzsatzung in diesem Zusammenhang wurde von der Regierungskooperation in Hofheim abgelehnt.

      Die Lage in den Wäldern ist leider noch viel dramatischer. Der Klimawandel hat Tausende Bäume in unserem Stadtwald vernichtet. Wir fordern dringend einen ökologischen Waldumbau mit allen dazugehörigen Maßnahmen, zum Beispiel den Anbau eher heimischer Arten, die mit der steigenden Hitze besser klar kommen und Flächen, die sich ohne Eingriff von außen völlig überlassen werden, um sich komplett regenerieren zu können.
      Viele Menschen wissen nicht, dass unser Wald, neben seiner Funktion als Naherholungsgebiet, ein Nutzwald ist und entsprechend „bearbeitet“ wird. Wir GRÜNE fordern schon lange eine Abkehr von der rein ökonomischen Ausrichtung, die manchen Wald zur effizienten Plantage macht. Wir brauchen den Wald für den Klimaschutz. Und ohne Klimaschutz geht das Waldsterben in dramatischem Ausmaß weiter.

      Gerne nehmen wir Ihre Beobachtungen und Fragen, was die aktuellen Arbeiten im Lorsbacher Wald angeht, auf und versuchen, Antworten von der Stadtverwaltung zu erhalten.

      Beste Grüße
      Ihre GRÜNEN

      Antworten
  3. Eberhard Schmidt

    Liebe Grüne, mit diesen Argumentationen (siehe unten und auch HZ v. 16.2.2021) betreibt ihr doch genau das Geschäft der derzeit Regierenden in Hofheim. Bitte wacht auf! Habt ihr denn noch nicht bemerkt: Der Klimawandel ist schon da! Und Hofheim wird derweil flächendeckend entgrünt. In dieser Situation muss doch jede Baumfällung, jede Strauchbeseitigung, jede Grünflächenzerstörung in Frage gestellt und Alternativen gefunden werden. Die gibt es tatsächlich! Und ein künstlich angelegter Teich (am Kreishaus), der längst eingewachsen und von Vögeln, Insekten und Amphibien besiedelt ist, vermeintlich als ökologisch wertlos zu bezeichnen, ist m. E. einfach nur ignorant. Denn ich denke, wenn es so ist, dann lässt sich das ändern. Aufenthaltsqualität und Freizeitwert für die Anwohner nicht zu vergessen. Und offensichtlich gibt es ja Alternativstandorte für die Erweiterung, wenn man sie denn im Hinblick auf Home Office überhaupt noch benötigt. Die Planung ist doch völlig veraltet. Das war ein Beispiel, weitere wären Wilhelmstraße, Steinbergschule, Cohausentempelhang etc. Also mit eurem mangelnden Einsatz für diese Probleme seid ihr doch für Bürger, denen Natur- und Klimaschutz ein Anliegen ist, nicht wählbar, sondern eine Enttäuschung. Immer wieder protestieren Bürger gegen den Naturfrevel und werden auch selbst aktiv um Abhilfe zu schaffen. Unterstützung von den Grünen?

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  4. Bettina Wagner

    Weshalb gibt es in Hofheim noch immer keine Baumschutzverordnung? Wo bleibt bei diesem Thema der Aufschrei der „Grünen“? Wenn die Hofheimer Bürgerschaft offensichtlich nicht transparent informiert und angemessen in Entscheidungsprozesse einbezogen wird, weshalb reagieren die „Grünen“ so zögerlich, fast mutlos?

    Antworten
    • admin

      Hallo,

      vielen Dank für Ihre Nachricht über unsere Webseite. Wir freuen uns über Ihre unterstützenden Worte.

      Es erfüllt uns mit Sorge, dass in Hofheim mehr Bäume gefällt als wieder angepflanzt werden. Erst Recht, wenn die Gründe dafür nicht nachvollziehbar sind.
      Deshalb haben unsere Mitglieder im Ortsbeirat Kernstadt zeitnah die Anfrage dazu gestellt und unsere Fraktionsmitglieder werden sich für dieses Thema weiter in der Stadtverordnetenversammlung einsetzen.
      Ein Antrag auf eine Baumschutzsatzung ist von den regierenden Parteien in Hofheim zum wiederholten Mal abgelehnt worden.

      Unsere Stadt ist lebens- und liebenswert, weil sie über viel GRÜN verfügt. Doch dieses müssen wir schützen. Durch die zunehmende Trockenheit und anhaltenden Hitzestress brauchen auch Stadtbäume mehr Platz, um ausreichend Wasser aufnehmen zu können.

      Mit mehr GRÜN können wir das Mikroklima verbessern, was in Zeiten des Klimawandels eine dringende Aufgabe ist, um die Gesundheit der Menschen zu schützen. Dazu gehört dann auch, die Menschen selbst gut aufzuklären. Denn alle Bürgerinnen und Bürger, die über etwas Fläche verfügen, können mithelfen, für mehr GRÜN zu sorgen.

      Wir bleiben dran.

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